Mehr als Mauern
Schloss Rothschönberg – 600 Jahre Geschichte
Das Schloss Rothschönberg ist ein Ort voller Geschichte, der schon seit Jahrhunderten das Leben in der Region prägt. Es zählt zu den ältesten sächsischen Herrensitzen – jetzt im Besitz der Gemeinde Klipphausen – und bildet das Herzstück des Heimatvereins. Spätgotik und Renaissance, Schlosspark mit Lindenallee und Festwiese machen das Schloss zu einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Klipphausen. Über 600 Jahre Adels-, Architektur- und Dorfgeschichte treffen hier auf ein lebendiges Kulturprogramm mit Führungen, Ausstellungen und Raumvermietungen.
Geschichte & Architektur
Das Schloss Rothschönberg war von 1290 bis 1945 Stammsitz der Familie von Schönberg – eines der mächtigsten Adelsgeschlechter der Region – und prägte samt dem Rittergut über Jahrhunderte das soziale Gefüge des Ortes. Die ältesten erhaltenen Bauteile stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Als unregelmäßige Vierseitanlage mit Elementen der Spätgotik und Renaissance, vorgelagertem Garten, ehemaligem Zwinger und Schlosspark zählt es heute zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Triebischtal.
Nach der Enteignung 1945 übernahm die Gemeinde das Schloss. Der geplante Abriss 1947 konnte durch die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien verhindert werden. Seit den 1990er Jahren sichern denkmalgerechte Sanierungen und die Arbeit des Heimatvereins seine Zukunft als öffentlich zugänglicher Kulturort.
Zum Schloss gehörte ein Rittergut auf der Südseite samt einem Großgarten, der jetzt Nuss- und Edelkastanienbäume trägt und von einer Natursteinmauer (1999 saniert) umrahmt ist. Das einstige Rittergutsareal wurde nach 1945 verändert und befindet sich heute in Privatbesitz.
Baugeschichte & Schlosskapelle
Vom spätmittelalterlichen Herrensitz entwickelte sich Schloss Rothschönberg durch mehrere Bauphasen zum repräsentativen Schloss mit Südost-Palas und Bastion, Südflügel mit Torzufahrt, Westflügel mit Rittersaal, Nordflügel und Wendelstein.
Kriegszerstörungen, Brände und spätere Umbauten, etwa die Aufteilung zu Wohnungen, hinterließen Spuren, die sich bis heute in der Raumstruktur ablesen lassen.
Herausragend ist die spätgotische St.-Michaels-Schlosskapelle (Ende 15. Jh. bis Anfang 16. Jh.). Sie ist der am besten erhaltene Bereich des Schlosses mit Kreuzrippengewölben und einem holzgeschnitzten Altaraufsatz sowie Wappen-Schlusssteinen.
Nach zeitweiliger Nutzung als Wirtschaftsraum dient die Kapelle seit dem 19. Jahrhundert wieder als katholische Kapelle. Seit 1870 als katholische Kapelle geweiht, seit 1999 Ort für Konzerte und Gottesdienste.
Schlosspark & Anlage
Der historische, denkmalgeschützte Schlosspark mit Lindenallee, Festwiese und ursprünglich im 18. Jahrhundert errichteten, aber 1998 wieder aufgebauten Pavillon bildet zusammen mit der Vierseitenanlage ein stimmiges Ensemble.
Große Gehölze wie Linden, Schierlingstanne, Rotbuchen und Platane verleihen dem Gelände eine besondere Atmosphäre und machen das Schloss zu einem ruhigen, geschichtsträchtigen Ausflugsziel im Triebischtal.
Der unter Burkhard von Schönberg 1631 angelegte Schlosspark ist eine grüne Oase. Den Blick in das Tännichtbach- und Triebischtal vom Pavillon aus sollte man sich nicht entgehen lassen.
Die folgende zeitliche Abfolge zeigt die kontinuierliche Erweiterung vom mittelalterlichen Herrensitz zum repräsentativen Schloss.
Serviceliste
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15. JahrhundertListenelement 1
Südostbau Palas mit Bastion
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1639Listenelement 2
Teile des Schlossen durch schwedische Truppen niedergebrannt.
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1651–1659Listenelement 3
Südflügel mit Zufahrt unter Caspar Dietrich von Schönberg.
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1738Listenelement 4
Westflügel
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1744
Nordflügel mit Wendelstein und Turm
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1789
Pavillon durch Hans Ferdinand Cäsar von Schönberg
Rolle des Heimatvereins & Nutzung heute
Führungen, Ausstellungen & Raumvermietung

Heute ist das Schloss ein lebendiger Treffpunkt für Kultur und Gemeinschaft, sondern auch ein kulturelles Zentrum. Ausstellungsräume vermitteln Orts- und Architekturgeschichte sowie Bergbau-Themen. Der große Saal und Nebenräume bieten einen angenehmen Rahmen für Feiern und Veranstaltungen.
Der Heimatverein Rothschönberg e.V. nutzt Räume im Nordostflügel des Schlosses und hat dort Ausstellungs- und Vereinsbereiche geschaffen, die kontinuierlich saniert und erweitert wurden. Mit Veranstaltungen und ehrenamtlich betreutem Ausstellungsbetrieb trägt der Verein maßgeblich dazu bei, die Schlossanlage für Bewohner und Gäste zu öffnen und Dorf wie Region zu beleben.
Schlossführungen
Der Heimatverein bietet zum Tag des offenen Denkmals (2. Sonntag im September) Führungen durch Schlossensemble, ausgewählte Kellerbereiche, Kapelle und Ausstellungsräume an.
Es besteht die Möglichkeit, eine gesonderte Schlossführung zu vereinbaren. Diese dauert 1 – 1,5 Stunden. Im Anschluss kann die Ausstellung besichtigt werden – ideal für Gruppen, Schulklassen und Kulturreisende. Eine Anfrage können Sie gern telefonisch oder über unser
[Kontaktformular →] stellen.
Ausstellungen
In den Sommermonaten (Mai – September) wird der Ausstellungsbetrieb vom Heimatverein im Schloss jeweils sonntags 14 – 17 Uhr betreut. In mehreren neu gestalteten Räumen im Obergeschoss informieren Dauerausstellungen über
- den Ort Rothschönberg im Triebischtal
- die Geschichte des Schlosses
- Schule früher
- Schätze des Triebischtals & Mineralien
- Welterbe Rothschönberger Stolln
- Wünschelruten und weitere Themen.
Zusätzliche Sonderausstellungen ergänzen das Angebot. Alle Ausstellungen finden Sie in unserem [Veranstaltungskalender →].
Gesonderte Besichtigungen sind auf Nachfrage möglich. Interessenten für einen gesonderten Ausstellungsbesuch mit/ohne Führung oder mit Angebot von eigenen Exponaten können sich gern telefonisch oder schriftlich
[an uns wenden→].
Raumvermietung
In der Regel vermietet der Heimatverein den großen Saal mit 60 Plätzen, den kleinen Saal (Nebenraum) mit 35 Plätzen, den Pavillon mit 12 Plätzen und die Küche mit Geschirr sowie Toiletten außerhalb der Wintermonate. Im Gebäude befindet sich auch eine Kachelofenheizung. Die Endreinigung ist selbständig zu übernehmen.
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